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09.05.2018 | Stefanie Starke | Fürstenzell

„Bienen geben immer ein reines Produkt!“

MdL Taubeneder besucht Wahlfach Bienenkunde am Maristengymnasium Fürstenzell

„Wer sich mit Bienen beschäftigt, wird sensibel für die Umwelt“, ist Lehrerin Karin Hölzlwimmer überzeugt. Bei einem Besuch von MdL Walter Taubeneder erläutert sie gemeinsam mit den beiden ehemaligen bayerischen Jungimkermeistern Thomas Eller und Marius Schwarzbauer alles rund um den Umgang mit Bienen und die Herstellung der jeweiligen Produkte.

 



Foto (Stefanie Starke): MdL Walter Taubeneder (2.v.l.) lässt sich von den Schülern Thomas und Marius (v.r.) und Lehrerin Karin Hölzlwimmer (l.) alles um den Umgang mit Bienen erklären.

„Das Verblüffende: Bienen geben immer ein reines Produkt – ihr Körper filtert alle giftigen Stoffe heraus und liefert pure Reinheit“, erklärt die Lehrerin, die sich seit einigen Jahren mit voller Hingabe dem Wahlfach Bienenkunde am Maristengymnasium in Fürstenzell verschrieben hat. Mittlerweile ist der Andrang derart groß, dass die über dreißig Schüler bereits in drei Gruppen unterteilt werden mussten – „wer über ein Schuljahr dabei ist, bleibt meist bis zum Ende der Schullaufbahn im Kurs“, so Hölzlwimmer auch ein wenig stolz. Denn die Inhalte um das Wahlfach hat sich die Kunst- und Spanischlehrerin autodidaktisch angeeignet. „Ich bin fachfremd, bin aber in einer Landwirtschaft groß geworden. Tiere und die Natur liegen mir schon immer sehr am Herzen.“ Dabei ist das Imkern eine sehr vielschichtige Aufgabe – „Wir müssen unsere Wildblumenhänge pflegen, sämtliche Pflanzen kennen, die Bienenkästen im Auge haben und uns natürlich um die Bienen kümmern“, gibt Jungimker Marius einen Einblick in die Arbeit. Die Wahlfachgruppe muss übrigens auch in den Ferien ran: „Gerade in den Pfingstferien, zu Schwarmzeiten, sind wir immer Gewehr bei Fuß. Zuckerwasser wird nur in Notzeiten im Frühjahr gefüttert, beziehungsweise nach der Honigernte im Juli und August als Ersatz für den entnommenen Honig“, erzählt Marius weiter, während sein Schulkamerad Thomas einen der Bienenkästen öffnet und eine Wabe herausnimmt, um die Arbeit der Bienen zu zeigen – und eine erste Kostprobe zu entnehmen. „Momentan sieht es nach einem guten Honigjahr aus, allerdings kann sich das auch schnell ändern“, weiß der Jungimker, der sich mit den anderen Schülern nicht nur um die insgesamt sechs Völker auf dem Schulgelände kümmert, sondern auch zu Hause Bienen hat. Wenn alles gut laufe, dann werden die Schüler also auch in diesem Jahr wieder jede Menge Honig schleudern, Propolis und Bienenwachskerzen herstellen und anschließend zum Verkauf anbieten. 
Wenn es auch in anderen Regionen Bayerns weniger rosig aussieht, so sieht es mit der Bienenpopulation in Niederbayern noch recht gut aus, wie Lehrerin Karin Hölzlwimmer bestätigt: „Wir haben eine sehr große Bienendichte und sind außerdem gut aufgestellt, wenn es um die Bestäubung geht.“ 

Die Bienenkunde am Maristengymnasium Fürstenzell gilt mittlerweile als Vorzeigeprojekt auch für andere Schulen und ortsansässige Vereine sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. „Ob der Frauenbund, andere Schulklassen oder auch Lehrer von anderen Schulen weit über die niederbayerischen Grenzen hinaus – unser Wahlfach zieht seine Kreise und hat bereits mehrere Preise abgesahnt“, ist die Lehrerin stolz auf ihr Imkerteam. „Es ist beeindruckend, mit welchem Fachwissen, aber auch Herzblut die Schüler hinter der Imkerei stehen – gerne stelle ich mich als Honigverkoster zur Verfügung“, dankt MdL Walter Taubeneder abschließend für die interessanten Einblicke.