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03.06.2022 | Stefanie Starke | Vilshofen

„Die engste Ressource der Zukunft werden Mitarbeiter sein“

MdL Taubeneder besucht JUNG CNC in Aunkirchen

Vor knapp 25 Jahren ist die Firma JUNG mit ihrer CNC-Fertigung nach Vilshofen-Aunkirchen umgezogen und wird seit nunmehr fast vier Jahren von Stefan Bredl hier am Standort geführt – „auch wenn niemand in der Leitung des Unternehmens mehr den Namen Jung trägt, führen wir diesen Betrieb als Familienunternehmen weiter“, betont der Geschäftsführer beim Besuch von MdL Walter Taubeneder, der gemeinsam mit Rudolf Emmer, dem zweiten Bürgermeister der Stadt Vilshofen, mehr über den mittelständischen Betrieb erfahren wollte.

Foto (Stefanie Starke): (v.l.) Günther Eckstein (Tech. Betriebsleiter), 2. Bürgermeister Rudolf Emmer, MdL Walter Taubeneder, Holger Neubauer (Assistent der Geschäftsführung), Markus Kellermann (Produktionsleiter, verdeckt im Bild) und Geschäftsführer St
JUNG CNC ist Teil der in Deggendorf ansässigen PINTER-Gruppe und mit derzeit etwa 130 Köpfen am Standort Aunkirchen tätig. „Wir kümmern uns um Teile – Fräsen, Bohren, Drehen – und das unter Anwendung absoluter Spitzentechnologie und mir einem Spitzen-Team“, beschreibt Bredl das Tätigkeitsfeld in der Metallverarbeitung. Die Auftragslage sei gut – die Versorgungslage dagegen mangelhaft: „Es gibt schon Material, aber zu welchem Preis? Das war noch vor wenigen Monaten in diesem Ausmaß nicht auszudenken“, beklagt der Unternehmer. Da JUNG CNC vorrangig auf Strom angewiesen ist, sei ein Umdenken gefragt – großflächige PV-Anlagen werden kurzfristig installiert. Bei der Konzern-Mutter in Deggendorf, wo man Erdgas einsetzen muss, prüfe man sogar derzeit auch die Reaktivierung von Öltanks. „Auch wenn die Energiewende anderes fordert – uns bleibt derzeit keine andere Wahl.“
Auch andere Themen bereiten dem Unternehmer Sorgenfalten: Wie beispielsweise anstehende  Automatisierungsprozesse, aber vor allem das Thema Fachkräftemangel: „Ich bin davon überzeugt, dass die engste Ressource der Zukunft, die Mitarbeiter sein werden.“ So fehlt es auch hier an Nachwuchs. Stefan Bredl und sein Team haben sich daher dazu entschlossen, selbst auszubilden und so eigenen Nachwuchs zu generieren. „Im letzten September waren wir in der glücklichen Lage, dass acht Auszubildende gestartet sind. Wir bauen derzeit eine Lehrlingswerkstatt auf und rüsten uns entsprechend.“
Insgesamt sind zeitnah Investitionen in einer Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro am Standort Aunkirchen geplant. „Wir sind sehr glücklich, dass die Firma JUNG von solch einem engagierten Unternehmer gekauft wurde und als ein Familienunternehmen weitergeführt wird – diese Art von Unternehmertum schafft nicht nur wertvolle Arbeitsplätze, sondern ist auch für uns als Stadt sehr wertvoll“, betont Rudolf Emmer, zweiter Bürgermeister der Stadt Vilshofen.
„Der enge Austausch zu unseren Betrieben ist mir sehr wichtig, denn es gilt die Anliegen mit nach München zu nehmen, um das Beste für unsere Region rauszuholen“, so MdL Walter Taubeneder, der den Besuch auch nutze, um dem Unternehmen zur zuletzt erworbenen Auszeichnung im Bereich Arbeitsschutz zu gratulieren. So engagiert sich JUNG CNC im Sinne einer nachhaltigen Betriebsführung auch im Bereich Umweltmanagement, wozu auch der Arbeitsschutz gehört. „Wir reden immer von Mitarbeitern, dann gilt es auch etwas für sie zu tun. Hier richten wir unser Augenmerk drauf und wollen, dass sie gut und sicher am Arbeitsplatz aufgehoben sind“, erklärt Bredl die Intention der OHRIS-Zertifizierung.