Aktuelles

Zur Übersicht

05.11.2019 | Stefanie Starke | Ruderting/Passau.

Zweite Fahrradkonferenz – „Radwegenetz kann nur Gemeinschaftsprojekt sein“

MdL Taubender und MdL Waschler tauschen sich mit Bauamt, Gemeindevertretern und Landkreis zu Radwegenetz aus

„Wir können uns auch deswegen umfänglich zu neuen Radwegekonzepten austauschen, weil es uns die E-Mobilität erlaubt, die heimische Topografie praktisch zu vernachlässigen“, steigt MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler in die bereits zweite Fahrradkonferenz für den Landkreis Passau ein.

Foto (Josef Heisl): Die CSU-Abgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler haben zur zweiten Fahrradkonferenz geladen.
Die gesamte Klimadebatte spiele dem Ansinnen der Abgeordneten und Kommunen mit ihrem Vorhaben in die Karten: „Jede Fahrradnutzung kann uns eine Autonutzung einsparen – es steckt viel Potential in einem gemeinschaftlich sinnvoll erarbeiteten und nachhaltigem Radwegenetz“, so MdL Waschler weiter. „Ausschlaggebend ist natürlich auch das Thema Sicherheit, was gerade in dieser Jahreszeit wieder deutlich wird. Radfahrer müssen von den Bundes- und Staatsstraßen weg – das muss unser Ziel sein“, betont auch MdL Walter Taubeneder.

Den Abgeordneten sei es ein Anliegen, hier den intensiven Austausch mit den Gemeindevertretern, dem Landkreis sowie dem Staatlichen Bauamt zu pflegen, um Anbindungen langfristig zu optimieren und Verbesserungen zu erzielen. Nach den Ausführungen des Leitenden Baudirektors am Staatlichen Bauamt Passau, Robert Wufka, wird schnell deutlich: Ein Radwegenetz kann nur ein Gemeinschaftsprojekt sein – „Es reicht nicht aus, wenn der Freistaat alleine baut. Alle müssen sich beteiligen, auch die Gemeinden und der Bund.“ Für die Gemeinden gebe es dabei verschiedene Fördermodalitäten im Rahmen von diversen Sonderprogrammen – er verweist in diesem Zusammenhang auf das „Radverkehrsprogramm Bayern 2025“ des Freistaats Bayern. „Es ist unsere gemeinschaftliche Aufgabe, Achsen zu definieren und Potentiale zu erfassen“, so Wufka weiter. Dabei sei jede Gemeinde gefragt.
Grundsätzlich werde der Radwegebau jährlich mit hohen Summen ausgegeben: „2 Millionen Euro im Jahr. Diese Summe werden wir auch in Zukunft investieren – wo, muss gemeinschaftlich erarbeitet werden.“ Entscheidend sei auch immer die Thematik Grunderwerb sowie die Frage nach den jeweiligen Varianten eines Radweges.
Natürlich habe sich das öffentliche Bewusstsein gegenüber früheren Zeiten stark verändert: „Wir bauen schon lange nicht mehr nur rein touristische Wege, Radwege für die sogenannten Berufsfahrer werden immer bedeutender“, betont Wufka weiter. Diese Entwicklung kann auch Herbert Hebel von der Kreisstraßenverwaltung im Landkreis Passau, bestätigen: „Das Gemeindestraßennetz wird teils als Radfahrachse genutzt. Unsere Aufgabe ist es Verbindungsstrecken zu finden, dabei auf den Bestand zurückgreifen, aber schwierige Streckenabschnitte neu aufzuplanen.“

Bereits bei der ersten Fahrradkonferenz im Juni 2019 wurde der Ausbau eines Radweges zwischen Neuburg am Inn und Passau ausführlich thematisiert, mit der Problematik der Radwegeführung durch den Neuburger Wald, der im Besitz der Bayerischen Staatsforsten ist. „Wir verwehren uns nicht gegen einen Bedarf, solange dieser öffentlich-rechtlich genehmigungsfähig ist und keine forstbetrieblichen Hindernisse entstehen“, kann Korbinian Häuslschmid, für den Landkreis Passau zuständiger stellvertretender Forstbetriebsleiter bei den Bayerischen Staatsforsten in Neureichenau, dem aktuellen Austausch beisteuern. Man werde seitens der Staatsforsten diesbezüglich zwei Alternativrouten vorschlagen und dann könne weitergearbeitet werden. „Der Neuburger Wald ist allerdings als Bannwald ausgewiesen und somit grundsätzlich ein höchst sensibles Gebiet“, so Häuslschmid gleich vorweg.
Im Verlauf des Gesprächs haben die anwesenden Gemeindevertreter verschiedene Anliegen und Routenvorschläge dargeboten: So wünscht sich beispielsweise Tittling einen durchfahrbaren Weg (Anbindung des bestehenden Donau-Ilz Radweg von Kalteneck nach Passau) in die Dreiflüssestadt Passau. „Das ist auch als Anliegen der Bevölkerung spürbar“, so Josef Artmann, der zweite Bürgermeister der Marktgemeinde Tittling. Auch Gastgeber-Bürgermeister Rudolf Müller spricht von einer „besseren direkten Anbindung nach Passau sowie runter an die Ilz über Fischhaus. Diese Strecken sind nicht ausschließlich für Touristen wichtig.“ Windorfs Bürgermeister Franz Langer merkt an, nicht ausschließlich die Stadt Passau in den Fokus eines gemeinschaftlichen Radwegekonzepts zu setzen: „Wir haben auch andere Städte, wie Vilshofen, die ebenfalls für Pendler von Bedeutung großer Bedeutung.“ Und auch Rottalmünsters Bürgermeister Franz Schönmoser betont die Bedeutung von weiteren Knotenpunkten für den westlichen Landkreis Passau, mitten im Bäderdreieck.