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10.05.2019 | Stefanie Starke | Landshut/München.

„Wildunfälle können vermeidbar sein!“

Mit Unterstützung von MdL Taubeneder bringt Sabine Dahl innovative Idee zur Vermeidung von Wildunfällen auf den Weg

Deutschlandweit werden den Versicherungen immer mehr Wildumfälle gemeldet – so waren es laut einer Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungs¬wirtschaft (GDV) allein im Jahr 2017 etwa 275.000 gemeldete Unfälle.*

Foto (privat): MdL Walter Taubeneder und Sabine Dahl.
„Bei plötzlich auf die Straße tretenden oder springenden Tieren ist ein Unfall kaum zu vermeiden. Besonders nachts und etwa 60 Metern Sichtweite mit Scheinwerferlicht kommt es damit fast unweigerlich zum Zusammenstoß“, weiß Sabine Dahl aus eigener Erfahrung. Die gebürtige Beutelsbacherin hat daher gemeinsam mit zwei Freunden, viel Energie und Arbeit in das Projekt ‚AniMot-motion expert‘, ein sogenanntes Tierwarnsystem gelegt – zum Schutz von Menschen und Tier! „Unser System, das für den Einsatz an Straßenpfosten gedacht ist, beruht auf optischen Warnungen für Verkehrsteilnehmer. Es erkennt das Auftreten von Tieren in den jeweiligen Gefahrenzonen und warnt den Menschen mit einem Leuchtsignal vor Wild am Straßenrand, der dann wiederum rechtzeitig reagieren kann“, erklärt Dahl die Idee hinter der Entwicklung.
Mit Unterstützung von MdL Walter Taubeneder hatte Sabine Dahl bereits vor gut zwei Jahren damals die Möglichkeit erhalten, ihre Idee im Bayerischen Landtag in München zu präsentieren – und diese kam sofort gut an.
Aktuell werden bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Zahl an Wildunfällen zu senken. Dazu gehören Absperrungen durch Wildschutzzäune oder andere Verbauungen. „Wir kennen die Problematik! Wild folgt oft bestimmten Pfaden, den sogenannten Wildwechseln. Wo diese über die Straße führen, ergeben sich besondere Gefahrenstellen, die beispielsweise durch entsprechende Verkehrszeichen gekennzeichnet werden“, betonte Staatssekretär Gerhard Eck seiner Zeit in einem ersten Gespräch. Zum Teil werden diese durch eine Konstruktion von geeigneten Überquerungshilfen wie Grünbrücken oder Amphibientunnel kombiniert. Eine effektive und nachhaltige Wirkung dieser Abschreckungsmaßnahmen konnte bisher jedoch nicht wissenschaftlich haltbar nachgewiesen werden, gibt Sabine Dahl zu bedenken. „Die Tiere werden immer schlauer und gewöhnen sich an die bisherigen Maßnahmen, wie CD-Blinker, Duftzäune oder andere Warnreflektoren. Zudem muss berücksichtigt werden, dass Wild nicht nur in der Dämmerung erscheint. Neuste Statistiken zeigen, dass sich immer mehr Wildunfälle auch in den Vormittagsstunden ereignen.“ Die bisherigen Präventionsmethoden würden sich lediglich auf die Abschreckung des Wildes beziehen – „Unser System setzt beim Mensch an! Mit den intelligenten Leitpfosten wird der Verkehrsteilnehmer gewarnt und kann so frühzeitig reagieren. Unser Warnlicht leuchtet dann auf, sobald der AniMot Wild in seiner Nähe registriert.“
Staatssekretär Gerhard Eck und MdL Walter Taubeneder zeigten sich schon früh interessiert an dem Konzept. „Die Idee anstelle des Wildes, den Menschen zu warnen, ist sehr interessant“, so MdL Taubeneder. Und der Staatssekretär brachte schon damals eine mögliche Teststrecke ins Gespräch, die mittlerweile in Betrieb genommen wurden.
Die Vorrichtungen des noch jungen Start-Ups AniMot sollen die kommenden drei Jahre zunächst im Rahmen von Teststrecken getestet werden. „Danach wird ausgewertet, inwiefern die Zahl der Wildunfälle auch tatsächlich zurückgegangen ist. Ebenso wollen wir Kinderkrankheiten von AniMot auskurieren und verschiedene Materialien testen, um das System präziser gestalten zu können“, so Dahl dankbar für die Möglichkeit nun an den Start gehen zu können. Die ausgewählten Teststrecken befinden sich derzeit in den Landkreisen Schweinfurt, Wunsiedel, Erding und Landshut – „wir erhoffen uns natürlich einen Rückgang der Wildunfälle“, so Innenstaatssekretär Gerhard Eck im Rahmen der Eröffnung der Teststrecken im Februar dieses Jahres.
Auch MdL Walter Taubeneder ist begeistert von der erfreulichen Entwicklung des Projekts: „Eine Idee aus unserer Region, die vielleicht bayernweit und darüber hinaus durchschlägt. Das wäre wunderbar.“
Weitere Informationen zum Wildwarnsystem AniMot können unter www.animot.eu abgerufen werden.


*https://www.gdv.de/de/medien/aktuell/zahl-der-wildunfaelle-so-hoch-wie-noch-nie-36172