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02.04.2019 | Stefanie Starke | Pocking

„Wenn nichts passiert, dann wird es niemanden geben, der die Arbeit macht!“

CSU-Abgeordnete tauschen sich mit Vertretern der Altenpflege zu Lösungsmöglichkeiten im Umgang mit dem Fachkräftemangel aus

„Die Zukunft löst sich nicht von allein. Es wird eine riesen Aufgabe dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, leitet Michael Huber, Eigentümer des „Haus an der Rott“ in Pocking, den Austausch zum Umgang mit dem Fachkräftemangel in der Pflege ein.

Foto (Stefanie Starke): MdL Walter Taubeneder im Rahmen einer Gesprächsrunde mit Heimleitungen in der Altenpflege zum Umgang mit dem Fachkräfte Mangel in der Pflege.
„Wenn nichts passiert, dann wird es niemanden geben, der die Arbeit macht – dann wird es eine Katastrophe“, ist Huber überzeugt und dankt daher dem Stimmkreisabgeordneten Walter Taubeneder für die weitere Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Gerhard Waschler hat MdL Walter Taubeneder, Jacqueline Erben-Schmittfull, Geschäftsführerin des Deutschen Erwachsenen-Bildungswerks mit Sitz in Bamberg, nach Pocking geholt, um mehr über ihre Erfahrungen und Lösungsmöglichkeit im Umgang mit dem Mangel an Fachkräften zu erfahren. Das Bildungswerk bildet bereits seit vielen Jahren Pflegekräfte aus Drittstaaten aus. „Wir arbeiten intensiv und erfolgreich unter anderem mit Pflegekräften aus Vietnam zusammen“, so Erben-Schmittfull. So bemüht sich das Bildungswerk junge Menschen aus Vietnam nach Deutschland zu holen, um diese entweder vor Ort auszubilden, beziehungsweise vor Ort Lücken in der bereits abgeschlossenen Ausbildung zu schließen, um die Kräfte vor Ort einzusetzen. „Der Vorteil: In Vietnam profitieren die jungen Menschen bereits von einer staatlich anerkannten Fachausbildung in der Pflege. Auch von ihrer Art und ihrem Wesen sind Asiaten grundsätzlich dem Menschen sehr zugewandt und daher unserer Erfahrung nach, für das Berufsbild sehr geeignet“, so Erben-Schmittfull weiter. Es besteht die Möglichkeit der Erstausbildung, Anpassungsqualifizierung oder Kenntnisprüfung.
Ihrer Ansicht nach sei Vietnam die „Schulbank für die Welt“.  „Die jungen Menschen sind engagiert, lernen schon früh weitere Sprachen und wollen nach Europa, um hier zu arbeiten“, ist ihre Erfahrung – gibt jedoch auch mit auf den Weg: „Wenn sie junge Vietnamesen hier haben, müssen diese natürlich auch integriert werden.“
Teilweise skeptisch, dennoch höchst interessiert haben die rund 15 interessierten Vertreter aus dem Pflegebereich die Erfahrungsberichte von Jacqueline Erben-Schmittfull aufgenommen und zahlreiche Fragen zum Procedere gestellt. „Es gibt zahlreiche Hürden, aber nicht unüberwindbar. Ich sehe das Problem in dem langwierigen, behördlichen Verwaltungsprozess im Rahmen der Anerkennung“, so Michael Hisch, Leiter des KWA Stift Rottal in Bad Griesbach. Brigitte Eglseder von der SWB Sonnenwohnbau GmbH teilt in diesem Rahmen ihre eher negativen Erfahrungen mit asiatischen Kräften: „Auch wir hatten in Vergangenheit Kontakte nach Asien, letztlich sind die jungen Menschen jedoch nicht geblieben.“
Auch bei unterschiedlichen Ansichten zieht MdL Taubeneder abschließend sein Fazit: „Es kann ein Weg sein, das bleibt den Einrichtungen selbst überlassen. Unsere Aufgabe ist es Möglichkeiten aufzuzeigen und Alternativen zu bieten.“