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18.06.2018 | Stefanie Starke | Landkreis Passau

„In der Landwirtschaft braucht`s echtes Hintergrundwissen“

MdL Taubeneder und AGL-Vorsitzende Wasner-Sommer tauschen sich mit Landwirtschaftsdirektor zu aktuellen Themen aus

Genmais, Glyphosat, Biodiversität, Wasserqualität, Düngeverordnung, Digitalisierung und Technik – in der Landwirtschaft braucht es echtes Hintergrundwissen, um entsprechend mitreden und vor allem auch „handwerklich gute Arbeit“ leisten zu können.

MdL Walter Taubeneder (r.) und Robert Schnellhammer

„Was steckt wirklich hinter den Begriffen, welche Konsequenzen und Herausforderungen bringen sie für die Landwirtschaft – auch die Landwirte müssen sich mit allen Themen intensiv auseinandersetzen, bevor sie agieren“, betont Robert Schnellhammer, der Leitende Landwirtschaftsdirektor vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Landkreis Passau, in einem Vortrag mit anschließendem Fachgespräch mit MdL Walter Taubeneder und Vertretern der Arbeitsgemeinschaft für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Kreisverband Passau (ELF) um deren Vorsitzende Cornelia Wasner-Sommer.

Besonders in Zusammenhang mit dem Thema Glyphosat herrsche laut dem Landwirtschaftsdirektor große Unwissenheit – „letztlich hat die Bevölkerung keine Vorstellung vom Einsatz und Abbau des Mittels. Die Thematik ist vorrangig stark emotional besetzt“, so Schnellhammer. Ähnlich sei es mit den Diskussionen um die Grundwasserqualität: „Die Landwirte achten in jeder Hinsicht darauf, dass die Wasserqualität ‚unberührt‘ bleibt und unsere Trinkwasserwerte sind auch hervorragend, besser denn je – dennoch wird immer wieder von einer schlechten Grundwasserqualität gesprochen“, bemängelt der Landwirtschaftsdirektor weiter. Die novellierte Düngeverordnung schließe sich nahtlos an die Thematik rund um die Wasserqualität an: „Die Nitratberichte fallen immer besser aus, teilweise würden die Statistiken nicht richtig interpretiert und damit würde die gute fachliche Praxis der Landwirte nicht immer honoriert.“ Wichtig sei zusammen mit den Landwirten wie in der Vergangenheit, beratend und begleitend die Techniken laufend zu verfeinern, weil es der Umwelt diene und es zudem die Wirtschaftlichkeit verbessere. Der Vergleich historischer Bilder mit heutiger moderner Technik beweise den technischen Fortschritt. Staatliche Förderprogramme, speziell das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm, würden notwendige Anpassungen sinnvoll unterstützen.

Was den Einsatz neuer Technologien, speziell der Digitalisierung in der Landwirtschaft angehe, liege der entsprechende Einsatz noch hinter den europaweiten Erwartungen zurück. „Für uns steht im Fokus, den kleineren und mittleren Betrieben den Zugang zu neuen Technologien zu ermöglichen, auch um die Ressourceneffizienz und die Präzision zu steigern“, verdeutlicht Robert Schnellhammer in seinem Vortrag im Rahmen des intensiven Austauschs mit den ELF-Vertretern und den Mandatsträgern. Diesbezüglich solle in der neu zu errichtenden Außenstelle der LfL in Ruhstorf ein Forschungsschwerpunkt eingerichtet werden.

Diskutiert wurden auch die Auswirkungen des Brexit innerhalb der EU sowie die weltweiten Verflechtungen des Agrarhandels, der bisher nach den WTO-Regularien abgewickelt worden sei. Die Alleingänge des amtierenden US-Präsidenten würden derzeit die Stabilität der Handelsbeziehungen in Frage stellen.