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09.04.2018 | Stefanie Starke | Jordanien

„Eine Region voller Konflikte, aber auch voller Hoffnung“

MdL Taubeneder beeindruckt nach Jordanienreise

„Diese Reise hinterlässt Spuren und Eindrücke, die meine Arbeit im Europaausschuss im Bayerischen Landtag sicher nachhaltig prägen“, zieht MdL Walter Taubeneder Bilanz nach seiner fünftägigen Jordanienreise Mitte März.

Eindrücke von der Jordanienreise des Landtagsabgeordneten Walter Taubeneder. Zum Besuch im UNHCR-Flüchtlingscamp Zaatari an der syrischen Grenze.

Jordanien – ein Land, das Hoffnung mache, in einer Region voller Konflikte. In dem Wüstenstaat leben derzeit über 9,5 Millionen Menschen, dabei geht man von bis zu zwei Drittel an Flüchtlingen aus, wovon die meisten Palästinenser sind und aus den angrenzenden Nachbarländern stammen. „Das ist eine enorme Herausforderung, die das Land hier zu bewältigen hat“, so Taubeneder. 

„All diese Konflikte liegen direkt vor der europäischen Haustüre. Man muss sich die Zustände vor Ort ansehen, um die Situation zu verstehen und tatsächlich helfen zu können“, ist der Abgeordnete überzeugt. Gemeinsam mit einigen Landtagskollegen ist MdL Walter Taubeneder fraktionsübergreifend daher bereits Mitte März zunächst nach Amman, die jordanische Hauptstadt, geflogen und hat von dort aus das Land bereist. „Wir haben uns zwei Flüchtlingslager angesehen. Eines an der syrischen Grenze und eines an der israelischen Grenze mit palästinensischen Flüchtlingen“, erzählt Taubeneder von seiner Reise. Vor allem das syrische Lager habe enorme Eindrücke hinterlassen. „Man kann sich das kaum vorstellen, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. An der syrischen Grenze leben 80.000 Menschen in einem völlig autark organisierten Lager – mit eigenen Schulen, eigener Infrastruktur, Arbeit, ja sogar eigenen Supermärkten“, so der Abgeordnete. Keiner der Flüchtlinge dürfe das UNHCR-Flüchtlingscamp Zaatari ohne Erlaubnis verlassen – „und es funktioniert. Die Menschen haben trotz der wirklich widrigen Umstände Hoffnung und Dankbarkeit ausgestrahlt.“ Schenke man den Schilderungen vor Ort Glauben, dann gestalte sich der Alltag im Flüchtlingslager, welches größter als die Stadt Passau ist, äußert ruhig und unaufgeregt. „Die Kinder gehen in Schulen, die Erwachsenen arbeiten – es wirkt wie ein normales Leben. Nur, dass die Familien in Containern untergebracht sind.“ Im Austausch von syrischen Flüchtlingskindern erfahren die Abgeordneten von deren Lebenswünschen und Zukunftsvorstellungen – „die Kinder wollen Lehrer oder Arzt werden. Und es wird deutlich, die Menschen hier wollen irgendwann wieder zurück in ihre Heimat.“

Größtes Problem in dem sehr trockenen Staat ist die Trinkwasserversorgung. So ist der Delegation aus Bayern schnell deutlich geworden, dass die bereits laufenden Projekte im Rahmen der Hilfe mehr als nötig sind, um dem Land auf die Beine zu helfen und damit den Menschen einen lebenswerten Alltag zu ermöglichen. Die Bayerische Staatsregierung unterstützt einige Hilfsprojekte in Jordanien um letztlich die Fluchtursachen zu bekämpfen, darunter auch Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung und schulische Bildungsprojekte. So fließen etwa 350.000 Euro an die Berufsschule in Irbid im Rahmen des Projekts der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit „Berufliche Bildung und Beschäftigungsförderung im Bereich Wasser“ – hier werden insgesamt 80 männliche und weibliche Wasserinstallateure ausgebildet. „Der Wassermangel in Jordanien ist tatsächlich weniger durch das Klima bedingt, als vielmehr durch eine nicht ausreichende Infrastruktur. Daher ist es wichtig, das Wasserleitungsnetz in einem guten Zustand zu erhalten“, erklärt Taubeneder. Dieses Projekt soll dazu beitragen Wasserverluste einzudämmen und leistet damit einen Beitrag zur Verbesserung und Stabilisierung der Lebensverhältnisse. „Die bayerischen Leistungen verbessern die Lebensverhältnisse vor Ort und senken so den Migrationsdruck“, ist Taubeneder überzeugt. Wer vor Ort eine Lebensperspektive vor Augen habe, käme gar nicht erst auf die Idee sein Land zu verlassen.

Im Rahmen der Ausschuss-Reise haben die Abgeordneten auch eine andere Seite des sonst armen Landes kennengelernt. „Die Wirtschaft in Jordanien ist am Boden, auch weil das Land praktisch keine Rohstoffe vorzuweisen hat. Lediglich die Tourismusbranche funktioniert“, erzählt Taubeneder und verweist in diesem Zusammenhang auf den Besuch der Touristenhochburg Petra. Die jordanische Stadt ist vor allem als die „rosa Stadt“ bekannt und geprägt von prächtigen Ruinenstätten mit Fassaden aus rosafarbenem Sandstein, die zum UNESO-Weltkulturerbe zählen.

Nach erkenntnisreichen Begegnungen und grandiosen Eindrücken ist es für den Abgeordneten nach einigen Tagen wieder zurück in die Bayerische Landeshauptstadt gegangen. „Diese Reise werde ich soll schnell nicht vergessen“, betont Taubeneder abschließend.