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23.02.2018 | Stefanie Starke | Passau

Fahndung ist eine Sache des Bauchgefühls

CSU-Abgeordnete besuchen Polizeiinspektion Fahndung

„Wir fühlen uns hier richtig wohl. Das Gebäude ist fast perfekt auf uns zugeschnitten“, betont Josef Kerschbaum, der Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Fahndung in Passau in einem Gespräch mit den Abgeordneten Prof. Dr. Gerhard Waschler und Walter Taubeneder.



Foto (Stefanie Starke): Zu Besuch bei der PIF Passau: (v.l.) Günter Pauli (stellv. Dienststellenleiter), MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler, MdL Walter Taubeneder und Josef Kerschbaum (Dienstellenleiter).

Die Räumlichkeiten des alten Landratsamtes in der Regensburger Straße sowie die Lage mit der Nähe zur Autobahn und zum Bahnhof seien ideal. „Unser Haupteinsatzgebiet ist natürlich die A3. Sporadisch sind wir auch auf anderen Strecken unterwegs, aber in erste Linie dort, wo wir die größten Fahndungserfolge erzielen“, so Kerschbaum weiter.

Das knapp 60-köpfige Team teilt sich in den Innendienst wie etwa die Ermittler sowie die ausgebildeten Fahnder draußen auf der Straße. Das Besondere: Die Schleierfahndung ist völlig eigeninitiativ unterwegs und verfolgt dabei einen komplett anderen Auftrag als die Bundespolizei, nämlich die Bekämpfung der grenzüberschreitende Kriminalität – „also alles was mit Schmuggel zu tun hat, mit Drogen, Waffen, manipulierten Urkunden, Kfz-Verschiebung, Diebesgut, Hehlerware – und wir konzentrieren uns auf die Behördenfahndung, die enorm zugelegt hat“, so auch Günter Pauli, der stellvertretende Dienststellenleiter. Die Fahndungseinheit sei innerhalb des Polizeikörpers hoch anerkannt, wenn auch mit besonders hohem Gefahrpotential verbunden. „Es ist ein höchst interessantes Feld. Aber das Fahnden als solches erlernt man nicht im Rahmen der üblichen Polizeiausbildung – zur Fahndung gehören eine ganze Portion Erfahrung und Bauchgefühl“, so Pauli weiter. Ein vollwertiger Fahnder sei man erst nach etlichen Dienstjahren, was den Mangel an Fachkräften nochmals verstärke. „Wir haben einfach die Problematik, dass in den nächsten Jahre zahlreiche erfahrene Fahnder in den Ruhestand gegen und zwar ein junges und sicherlich engagiertes Feld nachrückt – aber die Erfahrung geht hier einfach ab“, bedauert Josef Kerschbaum. Natürlich sei man dankbar für jede neue Stelle, aber eine vernünftige Durchmischung wäre sinnvoll. „Das Durchschnittsalter der Dienststelle liegt aktuell überdurchschnittlich bei etwa 47 Jahren!“

Die Polizeiinspektion Fahndung in Passau führt mit ihrem mobilen Fahndungsteam entlang der rund 110 Kilometer langen Grenze zu Oberösterreich – von Breitenberg bis Malching – die Schleierfahndung durch. „Dabei führen wir unsere Kontrollen verdachts- und ereignisunabhängig durch“, so der Dienststellenleiter. „Wir sind Grenzraum, daher ist das Thema Sicherheit natürlich von besonderer Bedeutung und die Arbeit der Schleierfahndung hoch anerkannt“, so MdL Walter Taubeneder. Er erinnere sich noch an Zeiten, in denen man dachte die Fahndung sei ein Auslaufmodell – „heute gehen die Vorstellungen wieder in Richtung Aufbau“, betont auch MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler und verweist auf die aktuelle Einrichtung einer Bayerischen Grenzpolizei mit der Direktion in Passau. „Wir wissen, dass die Außengrenzsicherung im Schengenraum auch in nächster Zeit nicht effektiv genug sein wird, deswegen müssen wir uns im Inneren schützen und da kommt es gelegen, dass der designierte Ministerpräsident Dr. Markus Söder die Fahndung vor Ort stärken möchte“, so die Abgeordneten weiter.