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19.07.2017 | Stefanie Starke | Wegscheid

Weniger Azubis, mehr Pflege

CSU-Abgeordnete tauschen sich mit Heimleitern im Passauer Land aus

Vor- und Nachteile der generalistischen Pflegeausbildung, Einhaltung der Fachkraft-Quote sowie die fortschreitenden Auswirkungen im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel – all das sind Themen, die die Pflegebranche derzeit umtreiben. „Vor allem der vorherrschende Akademisierungstrend im Zusammenwirken mit dem Wandel des Schulsystems, auch unter Berücksichtigung des demographischen Wandels, bereitet uns Sorgen“, so Michael Hisch, Hausleiter des KWA Stift Rottal in Bad Griesbach, bei einem Austausch mit den CSU-Abgeordneten Walter Taubeneder und Dr. Gerhard Waschler.



Austausch mit Heimleitern aus dem Passauer Land

Rund 20 Vertreter von Heimleitungen aus dem Passauer Land, im Zusammenschluss ARGE-Heimleiter, hatten sich im Azurit Pflegezentrum Wegscheid eingefunden, um aktuelle Anliegen zu diskutieren. „Steter Tropfen höhlt den Stein! In diesem Sinne ist der ständige und wiederkehrende Austausch zu Ihren Anliegen wichtig und von großer Bedeutung“, so MdL Taubeneder. Man werde die Themen mit in den Landtag, in die Fraktion, nehmen und zur Diskussion stellen – „die Probleme sind bayernweit ähnlich, dennoch wollen wir auch die regionalen Stimmen einbringen und damit verstärkend wirken“, betont auch MdL Waschler.

Eine Frage, die das vorherrschende Problem in der Pflege plakativ auf einen Punkt brachte: „Wo bleiben die, die mit der Hand arbeiten und mit anpacken?“ Als Sprachrohr der Heimleiter warf Michael Hisch das Kernthema „Ausbildung“ in den Raum. So bleibe laut Ansicht der Heimleitungen die sogenannte Grundpflege langfristig auf der Strecke, in einer Zeit in der die Anzahl der zu Pflegenden zunehme und Auszubildende kaum noch auf dem Markt verfügbar seien – die Kluft werde immer größer. „Wie können wir die Ausbildung stärken, wenn alle studieren gehen?“, so auch Claus Seitz, Geschäftsführer im Asklepios Pflegezentrum Aidenbach. „Dass der Fokus auf der beruflichen Bildung sowie Berufsorientierung junger Menschen liegen muss, steht außer Frage – wir sind uns dieser Aufgabe bewusst“, so MdL Waschler. Man müsse die jungen Menschen dazu motivieren, in den Bereichen tätig zu werden, in denen sie auch tatsächlich gebraucht werden.

Als höchst wertvoll wurde die Förderung von Pflegekräften über die Schiene der sogenannten Wegebauförderung beschrieben – „Wir brauchen die dreijährige Wegebauförderung. Über diese Form der Weiterqualifizierung gewinnen wir gute Kräfte“, so Ulrich Becker-Wirkert, Heimleiter im AZURIT Seniorenzentrum Abundus in Fürstenzell. So wünsche man sich vorrangig eine langjährige Perspektive für engagierte Mitarbeiter. In diesem Zusammenhang sei die Einführung der Fachoberschule für Pflege und Gesundheit eine gute Entwicklung.

„Wir haben uns über Jahrzehnte einen hohen Standard in der Pflege erarbeitet, es wäre schade, wenn wir diesen im Rahmen der generalistischen Ausbildung verspielen“, ergänzt der Heimleiter aus Fürstenzell. Die künftige Form der Ausbildung in Pflegeberufen sei zwar bereits beschlossene Sache, dennoch ist es den Heimleitern durch die Bank ein Anliegen, auf die Qualitätsansprüche in den verschiedenen Sparten zu bestehen. „Die Pflegebranche hat exzellente Zukunftsperspektiven, aber die Qualität darf natürlich in keinem Fall zu kurz kommen“, so auch die Abgeordneten, die dieses wichtige Anliegen auch nochmals in den Austausch mit der bayerischen Gesundheitsministerin einfließen lassen wollen.

Foto (Stefanie Starke): Heimleiter aus dem Passauer Land im Austausch mit den Abgeordneten Walter Taubeneder und Dr. Gerhard Waschler. (v.l.) Ulrich Becker-Wirkert, Michael Hisch, Wiebke Buchinger, MdL Walter Taubeneder, Andrea Heidenberger, Bernhard Höfler, Susanne Dötschel, Sabine Rottbauer, Otto Eggersdorfer, Vincenz Hopper, Gerold Mück-Krell, Julia Sebele, MdL Dr. Gerhard Waschler, Hildegard Seidl, Claus Seitz, Tobias Achatz.