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06.07.2020 | Stefanie Starke | Bad Griesbach.

„Auch bei uns kann man einen entspannten und genussreichen Sommerurlaub verbringen“

MdL Taubeneder tauscht sich mit Bad Griesbacher Hoteliers aus

„Naja, mit dieser Gesprächsrunde hier in der Therme, können wir die Thermenbesucher an diesem Tag gleich drastisch steigern“, steigt Franz Altmannsperger von der Wohlfühl-Therme Bad Griesbach gleich ein wenig sarkastisch in den Austausch auf Initiative des Abgeordneten Walter Taubeneder ein.

Foto (Stefanie Starke): (v.l.) Gerhard Lidl, Werner Engel, Franz Altmannsperger, MdL Walter Taubeneder, Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer, Frank Tamm, Alois Hartl und Otto Wunsch.
Damit wird schnell deutlich: Die Lage im Bäderdreieck ist weiterhin angespannt und sei alles andere als rosig. „Derzeit haben wir ein Drittel an Thermenbesucher, seit Öffnung der Innenbereiche“, beschreibt Altmannsperger die aktuelle Situation. Die Lage sei fatal. „Was nützen uns die besten Hotels, wenn die Thermen nicht wie gewohnt laufen können. Die Öffnung der Thermen hat zwar eine erste Erleichterung gebracht, aber es wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen bis wir ins alte Fahrwasser zurückkommen“, ist auch Bürgermeister Jürgen Fundke besorgt. Schließlich kämen die Gäste wegen der Thermen in die Region – „unser Heiligtum ist eben das Wasser.“

„Wir alle wissen, dass es eine schwierige Zeit ist – überall auf der Welt, in ganz Deutschland. Und als Tourismusregion trifft es uns besonders hart – nicht nur Betreiber, sondern auch zahlreiche Existenzen“, weiß MdL Walter Taubeneder um die schwierige Situation für die Gastronomie und Hotellerie im gesamten Bäderdreieck. Nachdem sich der Abgeordnete, gemeinsam mit Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer, bereits mit Hoteliers in Bad Füssing umfangreich zur aktuellen Situation ausgetauscht hatte, sollten nun auch die entsprechenden Betreiber in Bad Griesbach zu Wort kommen.
Die Sorgen und Anliegen sind ähnlich und Alois Hartl bringt es geradeaus auf den Punkt: „Uns geht`s beschissen. Nach knapp drei Monaten Lockdown sind zwar die Türen unserer Häuser wieder geöffnet, aber wie wir zu spüren bekommen: Auch wenn wir jetzt lockern, dauert es einfach vier bis sechs Wochen, bis die Gäste reagieren.“ Allerdings würden diese ebenso reagieren, wenn Negativschlagzeilen auf dem Tisch liegen. Klar sei: „Auf die Schnelle werden wir das Virus nicht los. Wir werden damit leben müssen und das Jahr 2021 wird ähnlich schlecht wie 2020“, wagt er eine Prognose. Das Positive: „Wir haben auch gemeinsam viel aus dieser Krise gelernt, auch was künftige Marketing-Strategien angeht. Wir sind ein Thermenland mit Heilwasser – nur deswegen kommen unsere Gäste.“ Und auch der Kurdirektor Dieter Weinzierl bestätigt: „Die drei Kurorte hat diese Krise zusammengeschweißt und wir wollen künftig enger zusammenarbeiten, auch wenn natürlich jeder Ort für sich steht und eine Eigenmarke ist.“ Gemeinsam stehe man für das Heilwasser – „die ersten Gäste wandern jedoch bereits nach Österreich ab und das tut mir als Gastgeber weh“, will auch Hotelbetreiber Otto Wunsch anmerken. Überall würden die Menschen hinfahren, um Urlaub zu machen: Ostsee, Nordsee, in die Berge – „nur im Bäderdreieck spüren wir noch Zurückhaltung. Wir haben Plätze frei – auch bei uns kann man einen entspannten und genussreichen Sommerurlaub verbringen und sogar noch etwas für die Gesundheit tun.“ Je nach Medienberichterstattung habe man nach wie vor täglich mit Stornierungen zu kämpfen. „Die Golfer reisen schon wieder eifrig an, mit den Kurgästen ist es deutlich schwieriger“, so auch Hotelier Gerhard Lidl, der dem Abgeordneten jedoch vorrangig mit auf den Weg geben möchte, dass die ab sofort geltende Mehrwertsteuersenkung den Betreibern viel Arbeit bei der Umstellung bereite: „Wir haben bis in die Nacht hinein geschuftet und ehrlich gesagt bin ich schon gespannt, wie ich meine Mitarbeiter motivieren soll, am 31. Dezember ins Büro zu kommen, um die Umstellung für den Jahreswechsel vorzubereiten.“ Hier könne man nur auf eine Verlängerung der Senkung hoffen.
Positiver gestimmt ist Frank Tamm, der Licht am Ende des Tunnels sehe: „Das Hotel läuft schwach, aber der Klinikbereich läuft wieder gut an.“
Ganz anders stellt sich die Wirtschaftslage der Therme in Bad Griesbach dar: „Bei der derzeitigen Auslastung von rund 30 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr, wäre eine anhaltende Schließung günstiger gewesen, als die Öffnung“, resümiert Altmannsperger. Derzeit mache man ein Defizit, aber man sehe die Öffnung auch in Absprache mit der Regierung von Niederbayern als Wirtschaftsförderung: „Der Druck der Hotellerie war natürlich groß und deswegen haben wir uns dazu entschlossen wieder zu öffnen.“ An oberster Stelle stehe jedoch nach wie vor ein ordentliches Hygienekonzept, dass von den Gästen nicht nur angenommen, sondern auch gelobt werde – „das gibt auch Sicherheit.“
Um über mögliche weitere Fördermodalitäten zu berichten hat Steuerberater Werner Engel noch inhaltliche Tipps gegeben. Noch seien zwar keine Anträge abrufbar, aber grundsätzlich sei die sogenannte Überbrückungshilfe dann bis Ende August zu beantragen.