Aktuelles

Zur Übersicht | Drucken

13.03.2020 | Stefanie Starke | Passau.

Welche Schritte müssen als nächstes eingeleitet werden?

CSU-Abgeordnete tauschen sich mit Experten zu „Medizincampus Niederbayern“ aus

„Die Öffentlichkeit hat das Recht auf eine gute und vor allem auch sichergestellte medizinische Versorgung und deswegen gilt es die Menschen und Experten auf dem Weg zu einem Medizincampus Niederbayern mitzunehmen“, betont MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler gleich eingangs und begründet damit eine weitere Gesprächsrunde, um sich gemeinsam mit Walter Taubeneder in dieser Angelegenheit mit den fachspezifischen Experten aus dem Bereich der Medizin auszutauschen.

Es gelte die möglichst guten Schritte nach vorn zu gehen, die auch tatsächlich realisierbar seien, bitten die Abgeordneten die geladenen Experten aus dem medizinischen Bereich ihre Einschätzungen mit einfließen zu lassen – versehen mit dem Hinweis, dass die Projektgruppe auf Ministerialebene noch ein Jahr intensiv arbeiten werde, um dann, so Ministerpräsident Söder in der Tagespresse, für den nächsten Doppelhaushalt 2021/22 ein entsprechendes Konzept vorzulegen. „Ausschlaggebend ist die Einigkeit von Niederbayern, die auch von unserem Ministerpräsident Markus Söder so gefordert wird – nur dann haben wir überhaupt die Chance auf einen Medizincampus Niederbayern“, so die Abgeordneten, die auf die gesicherte Unterstützung seitens des Bezirks Niederbayern sowie der Landkreiseinrichtungen zählen – die stellvertretende Landrätin Gelinde Kaupa kann hier nur zustimmen, verweist jedoch auf die Rolle der Landkreiskliniken, die ebenfalls eine Rolle bei einem möglichen „Medizincampus Niederbayern“ einnehmen sollen. „Einigkeit bedeutet auch, dass wir alle mitnehmen müssen“, so MdL Waschler weiter, der im selben Atemzug deutlich festhalten möchte, dass es bei den aktuellen Entwicklungen in Niederbayern zu keiner Konkurrenz hinsichtlich des Vollausbaus in Regensburg kommen werde. Auch von dieser Seite waren Gäste zum Fachgespräch nach Passau geladen und so betonte Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg: „Wir sehen uns schon seit jeher in der Verantwortung für die Medizinerausbildung in ganz Ostbayern und daher ist es für uns wesentlich, dass wir die Bemühungen um einen neuen „Medizincampus Niederbayern“ bestmöglich unterstützen.“ Man müsse sich konkret die Frage stellen, wie mögliche Konstellationen und die Bündelung notwendiger Ressourcen aussehen könnten. In diesem Zusammenhang verwies der Dekan der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg, Prof. Dr. Dirk Hellwig, auf die deutliche Trennung von einerseits der medizinischen Versorgungsstruktur und der Installation eines Studiums auf der anderen Seite. Bezogen auf zweiteres meldete sich Dr. Wolfgang Gradel als Vertreter der Bayerischen Landesärztekammer mit dem Aufruf zu innovativen Denkansätzen zu Wort: „Der sogenannte Masterplan 2020 zur Reformierung des Medizinstudiums fordert eine bessere Verknüpfung von theoretischem und klinischem Wissen am Patienten während der gesamten Ausbildung. Das sollte insbesondere auch für die eher trocken-theoretische Grundlagenvermittlung im vorklinischen Bereich gelten.“
Der Präsident der Universität, Prof. Dr. Udo Hebel, entgegnete dem mit einem Verweis auf die große Zahl in Regensburg ausgebildeter Ärztinnen und Ärzte, die in der Region verbleiben, auf die bundesweit herausragenden Ergebnisse der Medizinerausbildung in Regensburg sowie auf die laufenden Vorbereitungen zur neuen Medizinerausbildung.
Wichtig war allen Gesprächspartnern das Miteinander – „mehrere Standorte, aber ein Team“, fasste auch Prof. Dr. Ernst Michael Jung das Credo zusammen.
Dr. Hans Emmert, der Ärztliche Direktor am Klinikum Passau, sowie Werkleiter Stefan Nowack sehen ihre Hauptaufgabe in der Umsetzung der Forderung, das Klinikum Passau zu einem sogenannten Maximalversorger zu machen. „Wir sind bereits ein großes und starkes Schwerpunktkrankenhaus - gleichwohl haben wir Entwicklungsbedarf und große Platzprobleme. Da kommt eine große Agenda auf uns zu“, so Nowack. Das Klinikum konzentriere sich nun auf den Vollausbau.
Auch die Vertreter der Kinderklinik Dritter Orden Passau, mit viel Erfahrung in Forschung und Lehre als Lehrkrankenhaus der TU München, stehen voll und ganz hinter der Thematik und stehen für Entwicklungsgespräche hin zu einem „Medizincampus Niederbayern“ zur Verfügung. 
 „Man lernt mit jedem Gespräch Neues dazu. Als Abgeordnete nehmen wir uns diesem Thema natürlich an und sehen uns als wichtige Akteure, wenn es darum geht, sich für die entsprechenden Haushaltsmittel im nächsten Doppelhaushalt einzusetzen. Ein Medizincampus Niederbayern in Passau sehen wir natürlich als Gewinn für unsere gesamte Region“, will MdL Walter Taubeneder abschließend nochmals betonen.

Foto (Stefanie Starke):  (vorne v.l.) MdL Walter Taubeneder, Prof. Dr. Dirk Hellwig, Prof. Dr. Udo Hebel, Gerlinde Kaupa, MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler, (hinten v.r.) Reinhard Schmidt, Prof. Dr. Matthias Keller, Prof. Dr. Ernst Michael Jung, Stefan Nowack, Dr. Hans Emmert und Dr. Wolfgang Gradel (mitte links).