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05.03.2020 | Franz Stangl | Passau.

Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach zu Besuch in der Gewerblichen Berufsschule Passau

Auf Einladung der Vorsitzenden des Berufsschulverbandes Passau MdL Walter Taubeneder und in Begleitung von MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler sowie von der stellvertretenden Landrätin Gerlinde Kaupa hat Bayerns Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach nach ihrem Besuch des Politischen Aschermittwochs die Staatliche Gewerbliche Berufsschule 1 in Passau besucht.

von Franz Stangl

Dort warteten mit Schulleiter Oberstudiendirektor Eduard Weidenbeck und dem weiteren Schulleiterteam vor allem die IT-Systembetreuer auf diesen hohen politischen Besuch, um der Ministerin entsprechend ihres Resorts ihre Wünsche und Probleme vorzutragen.
Die Berufsschule teste bereits seit ca. 1,5 Jahren für die Umsetzung des Digital-Pakts Bayern digitale Smart-Boards, erklärte dabei Fachoberlehrer Josef Maderer mit Unterstützung von Studiendirektor Dr. Michael Bucher der Ministerin und ihrer Begleitung aus ihrem Ministerium. Hierbei würden vor allem die Einsatzmöglichkeiten im Unterricht, die Benutzerfreundlichkeit und die Funktionalität der digitalen Tafel geprüft. Gleichzeitig wies Josef Maderer aber auch auf die Probleme bei der Umsetzung des Digitalpakts hin. Danach müssen nach den Vorgaben dieses Digitalpaktes die Fördermittel in sehr großen Teilen abgerufen werden, die aber wiederum eine EU-weite Ausschreibung erfordern. Dadurch ergebe sich wiederum durch diese EU-weite Ausschreibung aufgrund der damit erforderlichen Fristen eine große Verzögerung bei der Umsetzung.
Ein weiteres Problem sei, so Josef Maderer, dass bei den Fördermitteln zwischen „Digital-Pakt“ und iFU (integrierter Fach-Unterricht) – Budget unterschieden werde, wobei das iFU-Budget die Ausstattung von Fachunterrichts-Räumen unterstützen soll. Hierzu, so wandten sich Josef Maderer und Dr. Michael Bucher an die Ministerin, würden von ihrem Ministerium sehr eng gefasste Vorgaben vorgegeben, welche Gerätschaften als förderfähig eingestuft werden. So würden digitale Tafeln im Fachunterrichts-Raum z.B. nicht gefördert, obwohl diese im Fachunterricht eingesetzt werden. Beide wünschten sich deshalb eine großzügigere Bewertung der Gerätschaften durch das Ministerium. 
Als weitere Erschwernis erklärte Josef Maderer, dass Ausschreibungen produktneutral ausgeführt werden müssen. Dies könne erhebliche Nachteile mit sich bringen, weil zum Beispiel bei Smartboards ohne passende Software diese oft für viel Geld mit Lizenzkosten im vierstelligen Bereich zugekauft werden muss.
Für diesen Problembereich der Software erklärte Josef Maderer weiter, dass für die Umsetzung von Industrie/Wirtschaft 4.0 oder Künstliche Intelligenz (KI) ein großer Schulungsbedarf für Systeme aus der Wirtschaft bestehe, die von der Fortbildungsakademie in Dillingen in Schulungen nicht angeboten werden. Hier, so die Forderung von Schulleiter Eduard Weidenbeck, wäre von staatlicher Seite ein zusätzliches Budget für Schulungen dringend notwendig. Und noch eine Forderung kam vom Schulleiter: Damit die Hard- und Software an der Schule dauerhaft genutzt werden kann sei eine schuleigene EDV-Administration unbedingt erforderlich, denn nur durch den Einsatz eigener Techniker sei der Einsatz der neu angeschafften Produkte dann auch gewährleistet. Gleichzeitig aber lobte der Schulleiter auch noch den Berufsschulverband Passau als Sachaufwandsträger dieser und neun weiterer beruflicher Schulen in der Trägerschaft des Verbandes, der für die EDV-Betreuung seiner Schulen schon seit vielen Jahren drei IT-Systembetreuer beschäftigt hat, die alle drei von der Berufsschule bestens ausgebildet wurden und die damit mit den Schulen auch bestens vernetzt seien. Alle diese Forderungen und Anregungen von Seiten der Schule wurde vom begleitenden Abteilungsleiter Matthias Stein vom Ministerium für Digitales aufmerksam mitgeschrieben und auch Ministerin Judith Gerlach verfolgte diese Ausführungen mit mehreren Zwischenfragen aufmerksam.
  Zu Beginn dieses Besuches dieses Besuches hatte Schulleiter Eduard Weidenbeck der Ministerin „seine“ Schule mit den 2800 Schülern aus 60 verschiedenen Nationen in den 30 verschiedenen Klassen und zehn Abteilungen mit den 105 unterrichtenden Lehrern durch einen Imagefilm der Schule näher vorgestellt. Bei einem kurzen Durchgang durch die Schule bekam Ministerin Judith Gerlach vor allem in den Räumen für CNC/Robotnik und für Automatisierungstechnik einen tiefen Eindruck über die teure und beste technische Ausstattung dieser Schule. – fst

Bildtext:

In Begleitung von Schulleiter Eduard Weidenbeck (von links), MdL Walter Taubeneder, Fachlehrer Marius Sikora und MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler bekam die Bayerische Staatsministerin Judith Gerlach eine tiefen Eindruck über die hohe technische Ausstattung der Gewerblichen Berufsschule so wie auf dem Bild im Fachraum für CNC/Robotnik. (Foto: Franz Stangl)